01. September 2026

Bonner Nachwuchswissenschaftler Jakob Dietl beim Lindauer Nobelpreisträgertreffen Bonner Nachwuchswissenschaftler Jakob Dietl beim Lindauer Nobelpreisträgertreffen

Jakob Dietl, Doktorand in der Astrophysik an der Universität Bonn, nahm Ende Juni am 75. Lindauer Nobelpreisträgertreffen (LINO75) teil. Vom 28. Juni bis 3. Juli 2026 kamen dort rund 70 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger mit mehr als 600 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus aller Welt zusammen. Dietl war vom Rektorat der Universität Bonn für die Teilnahme nominiert und von den Veranstaltern ausgewählt worden. Im Folgenden berichtet Jakob Dietl von seinen Erfahrungen.

Jakob Dietl (links; gemeinsam mit Didier Queloz, rechts, abgebildet). Didier Queloz wurde 2019 für die Entdeckung des ersten Exoplaneten mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Jakob Dietl (links; gemeinsam mit Didier Queloz, rechts, abgebildet). Didier Queloz wurde 2019 für die Entdeckung des ersten Exoplaneten mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. © privat
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Was ist das Thema Ihrer Doktorarbeit?

Meine Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Materie auf den größten Skalen im Universum verteilt ist. Mithilfe von Beobachtungen aus Röntgen-Weltraumteleskopen können wir das heiße Gas im Universum kartieren, beispielsweise innerhalb von Galaxienhaufen. Diese Beobachtungen ermöglichen es uns zu untersuchen, wo sich dieses Gas befindet und wie viel davon vorhanden ist. Eine zentrale Frage ist, wie sich diese gewaltigen kosmischen Strukturen über Milliarden von Jahren gebildet haben und ob ihre beobachteten Eigenschaften mit den Vorhersagen unserer theoretischen Modelle übereinstimmen. Durch den Vergleich von Beobachtungen mit Simulationen trägt meine Forschung dazu bei, unser Verständnis der Entwicklung des Universums zu überprüfen.

Wie hat die Teilnahme an der Konferenz Ihre Forschung und Ihre berufliche Entwicklung als Nachwuchswissenschaftler bereichert?

Das 75. Lindauer Nobelpreisträgertreffen war stark interdisziplinär ausgerichtet. Ich hatte zwar die Gelegenheit, andere Astronominnen und Astronomen kennenzulernen, den größten Mehrwert empfand ich jedoch im Austausch mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus vielen verschiedenen Fachgebieten. Diese Gespräche weckten Neugier, förderten den Austausch von Ideen und inspirierten mich dazu, über die Grenzen meines eigenen Fachgebiets hinauszublicken. Als Forschende läuft man leicht Gefahr, sich ganz auf einen sehr spezialisierten Bereich zu konzentrieren. Der Austausch über wissenschaftliche Themen mit Menschen mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen war eine erfrischende Erinnerung an die übergeordnete Bedeutung von Forschung und an die Wichtigkeit fachübergreifender Zusammenarbeit.

Welchen bleibenden Eindruck haben Sie von der Konferenz mitgenommen?

Einer meiner stärksten Eindrücke war, wie unterschiedlich die Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger als Menschen sind. Einige waren sehr daran interessiert, über die Details wissenschaftlicher Forschung zu sprechen, andere bevorzugten Gespräche über das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft, und manche überraschten alle, indem sie bis spät in den Abend auf der Tanzfläche Party-Tricks vorführten. Sie in so unterschiedlichen Situationen zu erleben, war eine Erinnerung daran, dass es keinen einzigen Weg gibt, eine herausragende Wissenschaftlerin oder ein herausragender Wissenschaftler zu werden, und dass Neugier, Leidenschaft und Persönlichkeit viele verschiedene Formen annehmen können.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

Interessiert an Austausch und Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen?

Entdecken Sie die großartigen Möglichkeiten zur Vernetzung, die unsere Transdisziplinären Forschungsbereiche (TRAs) bieten:

https://www.uni-bonn.de/de/forschung-lehre/forschungsprofil/transdisziplinaere-forschungsbereiche/tras?set_language=de

Jakob Dietl
Argelander-Institut für Astronomie
Universität Bonn
Tel.: +49 228 73-5770
E-Mail: J.Dietl@uni-bonn.de

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